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Thema des Monats: Gründerinnen im Handwerk


01.03.2010
Das Handwerk steht in den nächsten Jahren vor grundlegenden Herausforderungen im Zuge des demografischen Wandels, technischen Fortschritts, gesellschaftlicher Umorientierung und der Globalisierung. Um die Zukunftsfähigkeit des Handwerks zu sichern und um qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen, müssen ungenutzte Potenziale von Frauen in das Blickfeld rücken.
Frauen sind in allen Bereichen des Handwerks als selbstständige Betriebsinhaberin, mitarbeitende Unternehmerfrau, Angestellte, Gesellin oder Auszubildende anzutreffen und tragen maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe bei. Zwar entscheiden sich immer mehr Frauen für eine Ausbildung in einem bisher männerdominierten Beruf, allerdings ist das Gründungspotenzial der Frauen im Handwerk noch nicht ausgeschöpft. Dieser Thematik widmet sich das Forschungsprojekt „Gründerinnen im Handwerk“, ein im Rahmen von „Power für Gründerinnen“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördertes Vorhaben der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld. Auf der Fachtagung „Gründerinnen im Handwerk: Potenziale erkennen – Zukunft sichern“ am 18. November 2009 in Berlin konnten zentrale Ergebnisse zum Gründungsverhalten von Frauen im Handwerk der Öffentlichkeit vorgestellt werden:

Der aktuelle Gründungsanteil der Frauen im Handwerk beträgt 24 Prozent. Dabei konzentrieren sich die Gründungen auf frauendominierte und dienstleistungsnahe Branchen, wie das Friseurhandwerk oder der Bereich Kosmetik. Als besondere Herausforderungen zu männlichen Mitbewerbern beurteilten die im Forschungsprojekt befragten Gründerinnen die Kreditbewilligung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Frauen halten eine umfassende Beratung für wichtig, die gezielt bereits in der Orientierungsphase beginnt, den Schritt in die Selbstständigkeit begleitet und auch nach der Gründung fortgesetzt werden sollte.
Als größte Zugangsbarriere für die Existenzgründung wird das Image des Handwerks als „Männerdomäne“ von den befragten Beraterinnen und Beratern der Handwerkskammern genannt. „Um den Gründungsanteil von Frauen zu steigern, müssen Unternehmerinnen im Handwerk mehr in das öffentliche Interesse gerückt und die Qualität der Gründungsberatung für diese Zielgruppe nachhaltig gesteigert werden“, betont Frau Prof. Dr. Astrid Kruse, wissenschaftliche Projektleiterin der FHM. Auch Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) unterstreicht dieses Anliegen: „Existenzgründerinnen im Handwerk sind Rollenvorbilder und motivieren andere Frauen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Mit dem Meister-Bafög erhalten Frauen Chancen für diese berufliche Weiterentwicklung“. Und nicht zuletzt werden durch Gründungen wichtige Impulse für den Wettbewerb sowie für die betriebliche Nachfolge gegeben.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt „Gründerinnen im Handwerk“ die Existenzgründung von Frauen im Handwerk. Hier galt es, erstmalig Daten zur Gründungssituation von Frauen im Handwerk zu erheben, beteiligte Akteure für die Gründungspotentiale von Frauen im Handwerk zu sensibilisieren, die Beratungskompetenz bei Neugründungen durch Frauen im Handwerk zu erhöhen und die Wahrnehmung von selbstständigen Handwerkerinnen in der Öffentlichkeit zu fördern.
Dadurch soll Frauen der Zugang zur Existenzgründung im Handwerk erleichtert und das Gründungsverhalten von Frauen im Handwerk nachhaltig positiv beeinflußt werden.

Weiterführende Informationen zum Projekt „Gründerinnen im Handwerk“, zur Veranstaltung und die neu erschienen Broschüre sind unter: www.gruenderinnen-im-handwerk.de zu finden.

Das Projekt SHE! („Selbständig-Handeln-Existenzgründung“) der Handwerkskammer Rheinhessen bietet wieder vielfältige Seminare und Workshops für Existenzgründerinnen und Jungunternehmerinnen an. Interessierte Frauen können sich bei Silke Eichten erkundigen.

SHE! wird gefördert vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium und durch den Europäischen Sozialfonds des Arbeitsministeriums. Ziel ist die Unterstützung der Gründung und Unternehmenssicherung von Frauen.

Weitere Adressen:
Zentralverband des Deutschen Handwerk (ZDH): www.zdh.de
Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH): www.bv-ufh.de



 
 
 
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